Meppener Tagespost vom 23.08.2018

Bezahlbare Wohnungen fehlen

Armut wird oft übersehen – Benefizessen in Meppen

Von Heiner Harnack

 

Mit einem Benefizessen machten soziale Verbände auf das Thema Armut in Meppen aufmerksam. (Foto: Heiner Harnack)

Meppen. Mit einem Benefizessen im Altstadthof haben karitative Organisationen auf Armut in der Stadt Meppen aufmerksam gemacht.

Etwas versteckt gelegen befindet sich der Altstadthof, zwischen den Häusern der der Hasestraße, Marktplatz, Windthorstplatz und Obergerichtsstraße. Parallel zur Veranstaltung „Meppen is(s)t gut“ versuchten das Soziale Kaufhaus, der Sozialdienst katholischer Frauen, der Sozialdienst katholischer Männer und die Caritas darauf aufmerksam zu machen, dass es nicht allen Bürgern wirtschaftlich gut geht. „Wir wollen die Beratungskunden bekochen und damit auch zeigen, dass wir diese Menschen nicht vergessen haben“, erklärte Arnold Esters, Geschäftsführer des Sozialen Kaufhauses.

Eingeladen waren Mitglieder der Stadtratsfraktionen, die als Servicepersonal die Menschen bedienen und mit diesen ins Gespräch kommen sollten. „Wir müssen sehen, wo und wie groß der Bedarf ist“, erklärte Andrea Kötter von der SPD. Zudem müsse man Lösungen herbeiführen, da Menschen in Wohnungen hausen müssten, die verschimmelt seien und die Vermieter nicht bereit seien, etwas zu unternehmen. „Neue Wohnungen sind extrem schwierig zu finden, wenn Menschen von Sozialhilfe leben“, sagt Kötter. Natürlich werfe der hochpreisige Wohnungsbau eine höhere Rendite ab, machte sie sich selbst nicht vor, dass der Weg für viele Menschen eher in einer Sackgasse ende. „In Meppen wollen wir zunächst einmal versuchen, dass in einem Wohnhaus mit sechs bis acht Einheiten zwei einfachere Wohnungen entstehen“, meinte Kötter. Sollte das nicht funktionieren, müsse man natürlich auch über eine Wohnungsbaugenossenschaft in Meppen nachdenken.

Ähnliche Erfahrungen mit Menschen, die dringend Wohnungen benötigen, hat Juliane Große-Neugebauer (CDU) und Ortsvorsteherin von Rühle, gemacht. „Es ist unwahrscheinlich schwierig, wirklich guten Wohnraum zu einem akzeptablen Preis zu bekommen“, berichtete die Frau, die in der Flüchtlingshilfe aktiv ist, aus ihren Erfahrungen.

„Im Jahr 2017 haben wir knapp 250 Klienten betreut“ erzählte Caritas-Geschäftsführer Marcus Drees während der Essensausgabe. Umherziehende Menschen seien dabei eher die Ausnahme. „Es gibt aber Menschen, die bei Freunden und Bekannten unterschlüpfen und sich so durchs Leben hangeln“, beschrieb Drees die Situation vieler. „Das ist leider auch im Emsland ein Thema, obwohl alle denken, hier sei das Leben in Ordnung“, sagte der Caritas-Mann. Viele Menschen würden diese Realität nicht wahrnehmen. „Wir haben ein Projekt „Wohnung statt Parkbank“, bei dem die Caritas Wohnungen anmietet, damit unsere Klienten überhaupt eine Chance haben, ein Dach über den Kopf zu bekommen.“ Der Vorteil für die Vermieter sei, dass diese dadurch eine Mietsicherheit über die Caritas bekämen, führte Drees aus. „Derzeit betreuen wir 21 Wohnungen in der Region, aber wir brauchen definitiv mehr“, meinte er zum Abschluss, während nebenan die Essensausgabe mit Nudeln und Soße weiterläuft.

(aus: Meppener Tagespost, 23.08.2018, Bericht: Heiner Harnack)

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